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Abbut Jahrgang 83/89

Walsdorf im Taunus -- Abbut

Walsdorf

Walsdorf nördlich von Idstein gelegen, urkundlich seit 774 belegt.
Hatte stadtrechtsähnliche Privilegien und war ummauert.
Evangelische Pfarrkirche, 1396 als Marienkapelle erwähnt. 1644 zerstört, 1652-1660 wiederaufgebaut. Bemerkenswert geschlossene Bebauung mit Fachwerkanwesen des 17. und 18. Jh., Scheunen in langer Reihe auf der mittelalterlichen Ringmauer. Ortsbefestigung von vor 1358, 1673-1676 erneuert.
Gotischer Rundturm "Hutturm".




Walsdorf – Mehr als 1200 Jahre alt

Eine Gemeinde mit 1500 Einwohnern. Seit 1971 Stadtteil der Stadt Idstein.
Aus der Geschichte des Dorfes

774
Walsdorf wird als Schenkung an das Kloster Lorsch erstmals erwähnt.

1156
Gottfried von Beselich gründet in Walsdorf ein Benediktiner Mönchskloster, das in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in ein Nonnenkloster umgewandelt wird. In der Mitte des 14. Jahrhunderts leben 25 Nonnen im Kloster. Sie waren fast ausschließlich adlig und entstammen z.T. den Herrscherhäusern Nassau und Solms. Begütert war das Kloster in den Gemeinden Walsdorf, Würges, Steinfischbach, Mauloff und Heftrich. In Walsdorf besaß es 292 ½ Morgen Äcker, 64 Morgen Wiesen und 5 ½ Morgen Gärten. 1634 erlischt es nach einer Plünderung durch spanische Truppen. Das Klostergut wird zunächst durch die Herrschaft in Idstein an einen Klosterhofmann verpachtet und 1707 an Walsdorfer Bauern in Erbpacht vergeben. Überreste vom Kloster sind nicht mehr vorhanden.

Um 1200
Die Nassauer gewinnen als Vögte von Limburg die Herrschaft über Walsdorf.

1355
Bei der Teilung des Walramschen Besitzes fällt Walsdorf an die Grafschaft Nassau-Idstein.

1358
Graf Adolf I. von Nassau-Idstein erhebt das Dorf wegen seiner günstigen strategischen Lage gegenüber der Grafschaft Diez zur Stadt. Die Stadt entsteht auf dem Hügel beim Kloster. Sie wird bis 1393 mit Mauern, Türmen und 2 Toren befestigt. Die Bewohner siedeln aus dem Tal auf den Hügel über. Als Stadtbürger waren sie von der Leibeigenschaft und der Verpflichtung zum Frondienst befreit, hatten Steuerbegünstigungen und das Marktrecht. Die wirtschaftliche Basis für die dauerhafte Entwicklung zur Stadt war jedoch zu schmal. So verlor sich die Bezeichnung Wallstadt bald wieder, und Walsdorf nannte sich bis in das 19. Jahrhundert Freiflecken. Seine Freiheitsrechte behielt es bis in das 19. Jahrhundert.

1692
Ein Großbrand vernichtet fast das ganze Dorf. Beim Neuaufbau wurden der ehemalige Klosterbezirk einbezogen und die heutige Straßenführung im alten Dorf angelegt.

1730
Zum ersten Mal wird ein Wohnhaus außerhalb der Mauer gebaut.

1822
Die beiden Stadttore werden abgebrochen. Von den 111 Häusern stehen noch 97 innerhalb der Stadtmauer.